Vereinsgeschichte

Der Gesangsverein Concordia wurde am 04. Juli 1873 von jungen Bretzenheimer Bürgern gegründet. Wie zu dieser Zeit üblich, war „Concordia“ ein reiner Männergesangsverein und sollte es auch mehr als 100 Jahre bleiben. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Gesangsverein aktives Mitglied im Bretzenheimer Ortsgeschehen und erzielte inner- und außerorts musikalische Erfolge.

Im Jahre 1879 veranstaltete Concordia als erster Bretzenheimer Verein eine karnevalistische Abendveranstaltung mit anschließendem Ball. Ebenfalls 1879 gab Concordia ihr erstes Weihnachtskonzert. Beides hat sich über die Jahre als feste Größe im Bretzenheimer Veranstaltungskalender etabliert. 

In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 ruhte der Chorbetrieb, ebenso ab Mitte 1942. Bereits seit der Machtergreifung nahm die NSDAP starken Einfluss auf das Vereinsleben: So wurden schon 1933  einige Vereine z.B. die Freien Sänger verboten, jüdische Vereinsmitglieder mussten ihre Vereine verlassen, auch auf die Liederauswahl wurde Einfluss genommen. 

Nach Kriegsende mussten auf Beschluss der französischen Militärregierung alle Vereine aufgelöst werden. Im Jahr 1947 wurde als erster Gesangsverein in Bretzenheim der „Volkschor“ zugelassen. Im Oktober 1948 planten ehemalige Vereinsmitglieder die Neugründung der „Concordia“ und schon im Februar 1949 fand nach Genehmigung durch die Militärregierung die erste Probe statt. 

Im Jahre 1954 wurde in der „Concordia“ ein Knabenchor gebildet, der auch prompt erfolgreich war, aber 1958 wegen zu geringer Beteiligung wieder aufgelöst wurde. 
 
Nachdem sich bereits mehrfach Frauen an den Konzerten der „Concordia“ beteiligt hatten, wurde 1975 ein Frauenchor ins Leben gerufen. Aber schon bald gab es gemeinsame Auftritte des Frauen- und des Männerchores und 1978 tat man sich zu einem gemischten Chor zusammen. 
 
Seit 1988 besitzt der Gesangsverein einen eigenen Proberaum im Dantehaus, dem ehemaligen Schulgebäude der Katholischen Grundschule. 

Besonders hervorzuheben ist die langjährige Dirigententätigkeit von Willi Traxel. Dieser hatte 1926 die Chorleitung übernommen und blieb bis 1973, mittlerweile 72 Jahre alt, der „Concordia“ treu. 

Die Blue Notes sind  aus einem Gospelworkshop im Jahre 2016 hervorgegangen. Auf dem gemeinsamen Weihnachtskonzert am 11.12.2016 in St. Georg traten die Blue Notes zum ersten Mal auf. Mittlerweile hat sich das Repertoire der Blue Notes stark erweitert.
 
Der eigentliche gemischte Chor der Concordia hat sich leider im Jahre 2017 aufgrund geringen Zuspruchs sowie des hohen Altersdurchschnitts aufgelöst.

In all den Jahren seit 1873 wurde bei „Concordia“ viel geprobt, gesungen und aufgeführt. Auch die eine oder andere Krise gab es. Allerdings blieben das Gesellige und das Gemeinschaftsgefühl dabei nie auf der Strecke.
 
Die Blue Notes treffen sich wöchentlich zur Probe im Vereinsraum. Dabei wird nicht nur „gearbeitet“, sondern auch gelacht, … Frei nach dem Motto: Singen und Lachen sind gesund! 

Tipp: Wer sich intensiver mit der Geschichte der Gesangsvereine in Deutschland, Mainz und Bretzenheim beschäftigen möchte, sei auf die Ausarbeitung von Günther Zylla im Festbuch zum 125-jährigen Jubiläum des GV Concordia 1873 Mainz-Bretzenheim e.V. aus dem Jahre 1998 verwiesen. Hier wird die Entwicklung der Gesangsvereine und der Sängerbewegung im Allgemeinen und im Besonderen in Bretzenheim kenntnis- und detaillreich im politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang dargestellt. 
 
Quellen: 
Festbuch zum 125-jährigen Jubiläum – 1998 - Gesangsverein Concordia 1873 Mainz-Bretzenheim e.V.